Hauptmenü

REITERMANIAC.de - Offizielle Fanpage der Die Apokalyptischen Reiter


Direkt zum Seiteninhalt

CD-Reviews

PEST

CD - REVIEWS




ALL YOU NEED IS LOVE

Als ich damals eine Heft-CD in den Händen hielt und unter der Tracklist den Bandnamen „Die Apokalyptischen Reiter" las, war ich doch recht neugierig, was sich dahinter wohl verbergen mochte! Hatte zwar schon einige Artikel über diese Band gelesen (eher überflogen), doch gehört noch nichts. Der Titel auf dieser Heft-CD war „
Unter der Asche", was meinem Faible für deutsche Texte voll entsprach. Dann hörte ich mir die Nummer mal an. Noch mal, noch mal und noch mal...! Damals fand ich diese Mischung aus derben Growls, Gekreische und herrlichen Melodien noch richtig klasse - heute weiß ich, dass es nichts Geileres gibt! Stilistisch lassen sich die Herrschaften aus Apolda in keinerlei Schublade drängen. Irgendwo zwischen Melodic-Death und Black Metal könnte man sagen, in Wirklichkeit muß es wohl Reitermetal sein?! Einzigartig! Bei der nächsten Gelegenheit habe ich mir das Album gekauft und es hat mich nicht enttäuscht!!! All killer, no filler, sage ich da nur! Ein weiterer Fave ist und bleibt natürlich das legendäre „Licked by the tongues of pride", welches live gerne mal eingefordert wird. Das scheinheilig beginnende Stück „Erhelle meine Seele" reiht sich wunderbar ein und besticht durch eine herrlich leidende Stimme im Refrain. Egal ob "Gone", "Regret" oder das außergewöhnlich instrumentierte "Rausch" (Regler unbedingt auf 'are you nuts' drehen) - alles ein Hit für sich. Im Prinzip könnte ich den kompletten Rest der Tracklist aufzählen, gibt es doch tatsächlich keinerlei Ausfälle auf diesem Silberteller! Wer es gerne schnell, aber auch ruhig, gegrunzt, aber auch gesungen, reich an Melodien oder auch nicht mag, der sollte hier bedenkenlos zugreifen können! Ich habe mal den Satz gelesen: „Manowar's 'Kings of metal' gehört in jede gute Plattensammlung". Nun, seit „All you need is love" muß dieser Satz wohl umgeschrieben werden!!! Undranrüttelbare 10 von 10


----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

HAVE A NICE TRIP

Voller Vorfreude packte ich das Album in den Player um dem
All you need is love Nachfolger mein Ohr zu leihen, ...was sag ich, ...zu schenken! Der Opener "Vier Reiter stehen bereit" erinnerte mich doch schon etwas an meinen persönlichen Lieblingssong "Licked by the tongues of pride" der oben genannten Vorgänger-CD! Dann verlor ich die Geduld, da meine Neugierde auf die restlichen Lieder immer stärker wurde. Also zappte ich mich durch die Langrille, wie ein Kind sich durch die Geschenke zu Weihnachten wühlt. Spätestens beim sechsten Stück (Baila conmigo) kam ich ins stutzen: Ist auch wirklich alles klar gegangen beim Mischen? Kamen bei der Pressung der CD irgendwelche Songs anderer Künstler mit auf's Album? Nun, der Titel lässt zwar ahnen, dass man es hier mit einem Exoten zu tun haben würde, aber solche Klänge von der Reitern? Egal, die Euphorie war zu groß um sich mit so was aufzuhalten! Die Dampfwalze danach (Ride on) ließ nämlich keine Wünsche mehr offen. Selbst Freunde alter Heumond-Orgeln hätten an diesem Klangwerk ihren Spaß. Auch "Du kleiner Wicht" und "Komm" gingen wieder gut nach vorne los, auch wenn ich langsam den heißgeliebten Grunzgesang von Eumel ...oh, sorry, Fuchs vermisste! So richtig von Glauben fiel ich ab (und das obwohl ich nie einen hatte), als mir die ersten Töne von "Das Paradies" ins Gehör krochen. Wird da etwa gerappt, dachte ich? Hmm, so in der Art muss man das wohl sagen. Ein weiterer Exot folgte auch gleich: "Fatima". Etwas orientalisch angehaucht, entpuppt sich der Song etwas später aber wieder zu „gewohnten" Spielarten. So richtig im klassischen Reiter-Stil folgte dann erst wieder der folgende Brecher "Wo die Geister ganz still sterben", indem auch endlich mein Verlangen nach Gegrunze gestillt wurde (wenngleich auch nur sehr spärlich). Das abschließende Stück, ein Manowar-Cover (Master of the wind), ging relativ unspektakulär vorüber. Was sich hier etwas negativ lesen mag, war schlicht der erste Eindruck. Um ehrlich zu sein, hatte ich den Gedanken verworfen, ein richtiger Reitermaniac zu werden. Doch da frühzeitige Klassiker wie "Terra Nola" und "We will never die" einfach kein Zufall sein konnten, rotierte die Scheibe unentwegt. Ich hätte mich ohrfeigen können, dass ich einfach die Vielseitigkeit dieser göttlichen Band nicht erkannt hatte (nun, wenn man auch nur das 2000er Album hörte) und nicht flexibel genug war darauf einzugehen, was mir da vorgesetzt wurde. Ziemlich schnell entwickelte ich ein freundschaftliches Verhältnis zu dem Scheibchen und wurde somit mein Anwärter auf die CD des Jahres! Fazit: gewohnt geile Nummern mit feinsten Melodien, gepaart mit eher unerwarteten Sounds doch leider ohne nennenswerte Growls! Zudem sind mindestens vier neue Hymnen vertreten. Und welche Band kann sich (gerade heutzutage) schon damit brüsten? Deshalb: 9 von 10, der eine bleibt für den Schrecken des ersten Durchlaufs auf der Strecke. *g*

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

SAMURAI

Das Label Nuclear Blast bewarb das Reiter-Klangwerk mit den Worten: „mehrsex-mehrgeld-besseraussehen-SAMURAI"! Wenn's hilft?! Ich für mein Teil wünsche es den Reitern von ganzen Herzen - insbesondere das besser aussehen *lol*! Apropos Aussehen: Das neue Artwork der Apokalyptischen Fünf schreckte so manchen bereits unmittelbar nach Bekanntgabe ab. Ein japanischer Sumo-Ritter mit frisch manikürten Pranken soll auf weißem Untergrund mit rotem Geplänkel die neuen Songs der Weimarer ankündigen? „Dann müssen das aber ganz großartige Songs sein", mag es spöttisch geklungen haben. Aber genauso ist es auch: Erneut zocken sich Die Apokalyptischen Reiter durch die Vielfalt des Metals und greifen auch gerne auf eher außergewöhnliche Dinge zurück. Oder wie soll man es sonst nennen, wenn ein fetter Kracher („Hey-ho") auf einen niedergeht, der an sich schon sehr facettenreich ist und plötzlich eine Sitar ertönt, um dem Stück das gewisse Etwas zu verleihen? Genau das ist es doch, was man an den Reitern einfach lieben muss: „Erwarte das Unerwartete"! Somit ist bereits geklärt, dass für nahezu jeden Metal-Fan gesorgt wurde und er sich während der ganz knappen 50 Minuten nicht langweilen kann. Zudem hat Produzent Tue Madsen (u.a. Ektomorf) großartiges geleistet und dem Album die glänzende Krone aufgesetzt, da die Tracklist insgesamt schon recht fett rüber kommt. Dass die Thüringer auch vermehrt an sich selbst gearbeitet haben müssen, ist ebenfalls nicht zu überhören. Volk-Man besticht hier mit allerfeinstem Bass-Gefrickel und Sänger Fuchs übertrifft sich erneut selbst. Dem steht „Die Atomuhr" Sir G. (natürlich) in nichts nach und gleiches gilt für die weiteren Mitstreiter! Hut ab! Nennen wir es „Weiterentwicklung", was die Herren vollzogen hatten, um ein solches Werk zu kreieren und uns somit mit Hymnen nur so überhäuft. Sei es das den Fans gewidmete Stück „Reitermaniacs", der Ohrwurmdurchfressende Hit „Die Sonne scheint" oder mein persönlicher Überhammer „Per aspera ad Astra", welcher nach derben Riffs in einen traumhaften Chor-Refrain übergeht, wie man ihn nicht schöner träumen kann. Umso schwerer fällt es mir, einige weitere Highlights als sogenannte Anspieltipps heraus zu picken, da nahezu alle genannt werden müssten. Einzig (und jetzt kommen wir zum erwähnten „Unerwarteten") dem überaus entspannten „Lazy day", der offenbar in einer sehr ruhigen Minute geschrieben wurde und mit Reggae-Einflüssen spielt, kann ich nicht sehr viel abringen, fällt er mir doch zu leicht durchs „Hymnen-Raster" und hat eigentlich mit den anderen Nummern auch nichts am Hut. Der Absacker „Northern lights" geleitet dann, ebenfalls recht besinnlich, den Weg zum Repeat-Knopf der Anlage.Wer hier noch mit dem Kopf schüttelt, tut dies bitte von oben nach unten - nicht von links nach rechts!Auch wenn ich nicht die volle Punktzahl geben kann, mit freundlichsten neun Reitern, ...äh, Punkten ist wohl alles gesagt. Mehr davon!!!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

FRIEDE SEI MIT DIR [EP]

Über den Sinn oder Unsinn von Singles (oder eben EPs) im Metalbereich lässt sich sicherlich streiten, doch wer so was gerne als Appetithappen zu sich nimmt, ist auch hier bestens aufgehoben.
Der Titelgeber „Friede sei mit dir" kann über die gesamte Spielzeit hinweg überzeugen. In typisch untypischer Reiter-Manier bolzen sich die fantastischen fünf durch die knappen drei Minuten. Gespickt mit feinsten Melodien des Dr. Pest (Keys), ordentlichen Gitarrenriffs und einer Mosh-Garantie obendrauf, will der Track am Ende nicht mehr aus den Gehörwindungen. So macht das warten auf den Longplayer (25.8.06) fast schon Spaß! Gleiches gilt für den zweiten Titel „Wenn ich träume", der mit originellen Songstrukturen auf sich aufmerksam macht und einfach Lust auf mehr macht. Schnell, geradeaus und mit guter Melodie versehen, das ist es, neben dem Text, was dieses Lied ausmacht. „Ghostriders in the sky", das heimliche Outro der letzten Tour (na, wer hat aufgepasst?) und Johnny Cash-Cover, kommt im Reiter-Gewand recht pfiffig daher und erweist sich als regelrechter, aber unverhoffter Ohrwurm, auch mit dem unvermeidbarem Beigeschmack einer Coverversion. Zum Abschluss gibt es noch eine neu aufgelegte (doch damit sicherlich nicht schlechtere) Version von „Komm", die einem das Stück völlig anders als gewohnt vor Augen (in die Ohren?) führt.


------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

FRIEDE SEI MIT DIR [DVD]

Nach der DVD Dreingabe der
Samurai-Limited Edition ist dies die erste DVD Veröffentlichung der Die Apokalyptischen Reiter. Sicher, auch dies ist durchaus „nur" als Appetizer zu werten, auf das was noch kommen mag/wird, und doch kann man hier keinesfalls rummeckern.Immerhin gibt es hier den kompletten, genialen Summerbreeze 2005 Auftritt inkl. der legendären Hüpfburg-Aktion zu bewundern. Das Ganze in feiner Schnittfolge und mit gutem Sound (wenn auch kein 5.1 DTS o.ä.) versehen. Klar, dass die Reiter Spielzeit gebunden waren (wie auf Festivals so üblich) und so blieben natürlich einige der zahlreichen Hits auf der Strecke, was dem Vergnügen jedoch nur wenig Abbruch tut. Des weiteren gibt es neben allen bisherigen Clips (Eruption, Die Sonne scheint und Friede sei mit dir) noch einen von Fans gedrehten Clip von „Dance with me", der so manchen Puppenspieler alt aussehen lässt und zu mehreren Schmunzlern veranlasst. Und weil die Reiter auch was für's Geld bieten wollen, haben sie noch eine launige Studio-Reportage dazugepackt, die nebenbei auch gleich einen kleinen Einblick auf das kommende Album „Riders on the storm" (Vö. 25.8.2006) gewährt.Die bummeligen 80min Laufzeit machen einfach nur Spaß. Bitte mehr davon…






------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

RIDERS ON THE STORM

Man kann der größte Reiter-Fan sein und hat am Ende womöglich doch etwas zu meckern. Zu sehr war ich mal wieder von der Vielseitigkeit überrascht und war erstmal baff. Doch dann war alles klar:
Riders on the storm sollte sich zum besten Album nach All you need is love entpuppen (hätte auch nicht gedacht, dass ich das mal schreiben würde)! Überspringt man den Opener „Friede sei mit Dir" (der bereits von der Single hinlänglich bekannt sein sollte) und erfreut sich am rasanten Titelstück „Riders on the storm", ist man bei „Seemann" schon fast geneigt mal gerade in den Credits nach zu schauen, ob nicht zufällig Frau Schmitt von Subway to Sally mit der Fiedel aushalf. Anknüpfend folgt „Der Adler", eine ausnahmslos geniale Nummer, die einen richtig fetten Klampfenpart inne hält und auch sonst wahre Ohrwurmqualitäten besitzt. Und das die neuen Stücke auch live bestand haben, davon konnte man sich auf der diesjährigen Tour der Die Apokalyptischen Reiter überzeugen - und ich kenne keinen, der mir in dem Punkt widersprechen würde. Selbst das besinnlich anmutende „Mmmh", welches eingangs daherplätschert, um nach 1,5 Minuten langsam Volumen anzunehmen, kann auf ganzer Linie überzeugen und besitzt einen ergreifenden Refrain, der durch die Gitarren und die Keyboards an Dramatik nur dazu gewinnt, bis es gegen Ende förmlich explodiert. Keine Frage, hierbei handelt es sich um eines der Highlights des Albums (wer hätte das gedacht?!). Als ebenso genial erweist sich die feine Halbballade „Liebe", die im Prinzip als ein einziger Ohrwurm durchgeht und dennoch zum Moshen einlädt. Hammer!Kurzum, was die Reiter Anno 2006 abgeliefert haben, braucht sich hinter keiner Veröffentlichung der letzten Jahre verstecken und kann jederzeit als Musterbeispiel vorgezeigt werden. Kein Wunder also, dass dieses Teil schnurstracks die Charts erklommen hat um sich auf Platz 31 einzunisten…Nicht nur die grenzenlos geile Musik (kein Füller erkennbar) der Weimarer trägt dazu bei, nein, auch das klasse Artwork (von Fuchs himself) und die vorbildliche Produktion, dass ich mich tatsächlich zur Vergabe der Höchstnote hinreißen lasse!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

LICHT

Der Letzte macht das Licht aus, heißt es im Volksmund. Doch zuvor muss es erst einmal angemacht werden! Das Licht, welches die
Die Apokalyptischen Reiter hier entfachen, lässt sich so schnell jedenfalls nicht ausknipsen - soviel ist sicher!Wem die Single „Der Weg" nicht fremd ist, kann in etwa erahnen, was ihn erwartet und doch kommt es (nein, nicht schlimmer) , wie nicht selten bei den Weimarern: ganz anders. Schon an zweiter Position platzierte sich die erste Hymne „Auf die Liebe, die Freunde und das Leben", bei der man einfach die Füße nicht stillhalten kann, bis einen der Refrain beinahe fesselt und schon bald zum mitsingen animiert. Nicht viel anders sieht es mit der, wenn auch schnelleren, Nummer „Wir sind das Licht" aus. Hier geht's mal zügig voran, dann mal kurz etwas frickelig (im positiven Sinne) und am Ende schließt sich der Kreis wieder. Klasse gemacht! Eines der Höhepunkte scheint mir doch die zweite Hymne „Nach der Ebbe" zu sein, bei der es zwar ein gutes Stück ruhiger abläuft, aber einem auch glatt einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Auch hier frisst sich der Refrain ziemlich schnell in den Kopf. Und während „Der Elende" eher als Ballade-mit-Klasse abgestempelt werden kann, geht es mit „Heute ist der Tag" wesentlich fröhlicher weiter. Noch flotter und rockiger kommt dann „Wir hoffen" daher und wer von coolen Riffs noch nicht genug hat, wird mit „Ein Lichtlein" fast schon verwöhnt, auch wenn's in manchen Passagen kurz ein wenig zurückhaltender wird. Ein Kracher ist's dennoch, keine Frage. Bleibt abschließend „Auferstehen soll in Herrlichkeit" zur erwähnen, der nun wirklich alle Facetten der Reiter inne hält - wirklich unglaublich!
Fazit: Wer nicht wirklich auf die ersten Alben festgesessen ist, kommt mit „Licht" wunderbar zurecht und wird sich sehr, sehr lange daran erfreuen können!!! Wem „Riders on the storm" zu „kompliziert" war, wird hier seine helle Freude bekommen und wer die Thüringer bislang nur mochte, wird sie nun sicherlich lieben! Mit viel Feingefühl komponiert und sehr sauber produziert, so stelle ich mir ein großartiges Album vor und hier ist es!!! Meine Hochachtung = Höchstnote!!! Erneut!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

ADRENALIN

Eines gleich vorweg: „
Adrenalin" ist keine der Diskografie zugehörige CD, sondern vielmehr eine gratis Beigabe (in diesem Fall lag sie dem Metal Hammer 09/09 bei). Wie und warum so etwas zustande kommt, weiß man bislang noch nicht genau - es hat wohl etwas mit Promotion zu tun. Womöglich gewöhnt man sich bald daran, was ja eventuell nicht das Schlechteste wäre. „Adrenalin" wurde im Herbst 2008 während der „Reiterfestspiele"-Tour aufgenommen, offenbar in Stuttgart. Tja, erste Klangerlebnisse lassen vermuten, dass die Stimmung prächtig war. Bei Reiter-Konzerten nunmal keine Seltenheit, also geht es mit dem Wesentlichen weiter. Die Titelliste ist recht „Licht" orientiert, was in anbetracht der Tour zum derzeit aktuellen Album nicht weiter verwunderlich sein sollte. Keine Frage, die Songs der besagten Scheibe klingen live gespielt wesentlich ruppiger und durchaus härter, als Manche vermutet hatten und das ist auf dieser CD auch bestens nachvollziehbar! Zwar lässt sich nicht so gut heraushören, wie gut die neuen Stücke zu den älteren passen (dafür kommen Letztere einfach zu kurz), doch die Stimmung während der Titel spricht einfach für sich. Auch schön, wie gut Titel wie z.B. das Chorlastige „Auf die Liebe" rüberkommt oder das im Refrain mehrstimmige „Es wird schlimmer" optimal einschlägt. Alles scheint zu passen und sogar die Gitarre bedarf keiner großartigen Eingewöhnungsphase… (he he). Nun, schlussendlich darf es lediglich Kritik am Intro geben, welches textlich vom Gewohnten (begehrten!) stark abweicht, doch bügeln das weltklasse dargebotene Stücke wie das immer wieder geniale „Nach der Ebbe" oder die tolle (Live-)Version von „We will never die" locker wieder aus. Rundum also ein klitzekleines Sorglospaket, was die folgenden Tourneen mit Freude erwarten lässt. Tolle CD!

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

MORAL & WAHNSINN

Erwarte das Unerwartete, so müsste man erneut an das neue Reiter-Werk herangehen. Denn wer bislang geglaubt hat, er wüsste inzwischen woran er bei den Weimarern ist, der dürfte sich gründlich irren. Immerhin kann man den Stil der Band seit "Allegro Barbaro" (1999) kaum noch definieren, ändert sich dieser doch mit jedem neuen Album erneut. Insgesamt hat man es zwar noch immer ganz klar mit Metal und den Reitern zu tun, doch eben in stets abgefahreneren Varianten. Wenigstens muss man sich in dem Punkt nicht umstellen, denn auch auf "Moral & Wahnsinn" geht es keineswegs eintönig vorwärts. Sei es bei den beiden treibenden Eröffnungsnummern oder dem folgenden "Hammer oder Amboss", der einfach nur grooved. Selbst bei dem Ohrwurmlastigen "Dir gehört nichts" (Anspieltipp!) erfinden sich die Weimarer neu, wird hier doch mit (echten!) Bläsern gearbeitet, die jedoch nicht störend wirken. Unbedingt erwähnenswert sind auch die Songs "Heimkehr" und "Wir reiten". Das eine ein zu kurz geratenes Instrumental, welches Soundtrackgleich und beinahe episch daher kommt, das andere eine gar wunderschöne Ballade, welche womöglich live eine prima Verschnaufpause darstellen könnte?! Sicher wird erneut dem einen- oder anderen vor dem Kopf gestoßen, doch auch das gibt sich wieder. Wie immer - und genau das ist es doch: Einzigartigkeit ohne sich selbst zu kopieren. Sicher eine große Kunst, die die Reiter perfekt beherrschen. Und hier ist nun wirklich allerhand vertreten: Eingängige Refrains, tolle Melodien, geniales Drumming, reichlich Abwechslung und tolle Texte! Also was gibt es wirklich an "Moral & Wahnsinn" zu bemängeln? Tja, bestenfalls die Spielzeit von bummeligen 37 Minuten. Da würde man sich schon noch gerne einen Nachschlag von 2-3 Liedchen wünschen… Nebenbei: Der Digi-Version liegt eine DVD bei, die eine ziemlich lustige Dokumentation enthält. Diese sollte man sich keinesfalls entgehen lassen!!!
















Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü